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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG Landesverband Baden e.V. findest du hier .
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Die Gemeinde Neuenburg am Rhein steht derzeit häufig in den Schlagzeilen. Meist geht es dabei um das eine Thema: Die drohende Schließung des örtlichen Hallenbades. Nicht nur die regionalen Blätter griffen die Geschichte auf; neben dem SWR berichteten auch die Tagesschau und der FOCUS über den Fall Neuenburg, der exemplarisch für die Brisanz des bundesweiten Bädersterbens steht: Denn das Hallenbad ist das einzige im Umkreis von 50 Kilometern zwischen Weil am Rhein und Bad Krozingen und erfüllt damit eine zentrale Versorgungsfunktion.
Dass das Bad nun im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, ist zum Großteil einer Initiative der DLRG-Ortsgruppe Müllheim-Neuenburg und der ansässigen Schwimmvereine der Startgemeinschaft Badenweiler-Neuenburg-Müllheim (SGBNM) zu verdanken.
Rund 6.000 Unterschriften gegen die Schließung
„Ausschlaggebend war die Einwohnerversammlung zur Finanzlage am 3. Februar“, erklärt Alexander Schropp, Leiter der DLRG-Ortsgruppe. Dort kündigte die Stadt an, das seit 50 Jahren bestehende Bad wegen hoher Sanierungskosten und jährlicher Betriebsausgaben von 400.000 Euro möglicherweise schließen zu müssen. Zwei Tage später startete Schropp mit der SGBNM eine Online-Petition. Innerhalb weniger Wochen kamen über 5.500 Unterschriften zusammen – inzwischen sind es beinahe 6.000.
Die Schließungspläne haben in der Bevölkerung viel Empörung ausgelöst. Die Unterstützer der Petition warnen vor fehlenden Schwimmkursen für Kinder und betonen den gesundheitlichen und sozialen Wert des Hallenbades. Viele Menschen bieten ihre Hilfe an, wollen sich engagieren, Geld spenden.
Was passiert, wenn eine ganze Region ohne Hallenbad dasteht?
Die Schließung hätte weitreichende Folgen für die Arbeit der DLRG und weit darüber hinaus: Das Bad ist Trainingsort für Kinder- und Jugendgruppen, für die vorgeschriebenen Rettungsschwimmkurse für Lehrkräfte (mit rund 80 Abzeichen jährlich) sowie für Einsatzkräfte, Strömungsretter und Taucher. Eine Ausweichmöglichkeit gibt es kaum – das nächste Hallenbad im 45 Fahrminuten entfernten Bad Krozingen ist bereits ausgelastet. Auch das örtliche Freibad kann den Bedarf nicht decken – nicht nur wegen der Wetterabhängigkeit, sondern auch, weil die Rettungskräfte in den Sommermonaten an anderer Stelle stark gefordert sind.
Der schulische Schwimmunterricht wäre ebenfalls massiv betroffen. „Dann hätten die Kinder vielleicht zehn Minuten Schwimmzeit – in einer Doppelstunde“, sagt Sportlehrer Sebastian Bösch vom Markgräfler Gymnasium Müllheim gegenüber dem SWR. Angesichts der steigenden Anzahl junger Opfer in der Todesfall-Statistik ein untragbarer Zustand.
Hallenbäder als Pflichtaufgabe?
Bademeister Ralf Großmann spricht sich im FOCUS dafür aus, Hallenbäder zur kommunalen Pflichtaufgabe zu erklären, und greift damit auch eine Forderung des DLRG-Landesverbandes Baden auf. Auch Schropp unterstützt den Gedanken. „Allerdings nicht nur auf Gemeindeebene: Denn das Bad wird in der ganzen Region genutzt. Neuenburg aber trägt die Kosten komplett alleine.“ Man brauche eine überregionale Lösung: „Hallenbäder gehören zur Grundversorgung“.
„Meine Hoffnung“, sagt Schropp, „und ich träume jetzt ein bisschen, ist, dass sich alle, die es betrifft und die von dem Hallenbad profitieren, an einen Tisch setzen und darüber reden, wie sie das Problem gemeinsam stemmen könnten.“
Transparenz gefordert
Ein Hindernis sei die mangelnde Transparenz seitens der Stadt, kritisiert Schropp. Der Begehungsbericht über die Mängel des Bades sei nicht öffentlich und der derzeitige Stand werde nicht kommuniziert. Wolle man aber die Zahlen hinterfragen, müsse man sie zuerst kennen. „Es gibt sehr viele Ideen und Menschen, die uns unterstützen wollen. Aber wenn wir nichts wissen, können wir nichts Konkretes unternehmen.“ Immerhin hat die Stadt inzwischen einen Termin zur gemeinsamen Badbegehung mit den betroffenen Vereinen und Institutionen angeboten, der am 16. April stattfinden wird. Ein Hoffnungsschimmer für die DLRG-Ortsgruppe; denn bislang wurde nicht einmal der mögliche Zeitpunkt der Schließung offiziell bekanntgegeben. Schon im Herbst 2026 könnte es so weit sein.
„Wir geben nicht auf!“
Wie ginge es im schlimmsten Fall weiter für die DLRG-Ortsgruppe Müllheim-Neuenburg? „Der Kern unserer Arbeit fiele im Prinzip weg. Vieles müsste neu gedacht werden“, so Schropp. Dies beträfe nicht nur Trainingszeiten und Nachwuchsstrukturen. Langfristig drohten auch sinkende Mitgliederzahlen. Angesichts dieser düsteren Aussichten sei Aufgeben keine Option. „Der viele Zuspruch macht Mut: Wir bleiben optimistisch!“
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