30.08.2014 Samstag  Einsätze bedeuten häufig Überstunden

Auch am Bodensee sind die Helfer häufig unter der Woche im Einsatz. Das DLRG-Rettungsboot „Christopherus II“ transportierte eine gestürzte Wanderin über den Seeweg zu einem bereitstehenden Rettungswagen. Foto: Thomas Böhler/ DLRG

DLRG Baden und Bergwacht Schwarzwald fordern Gleichstellung mit Freiwilliger Feuerwehr - bis zu 75% der Einsätze unter der Woche

Personen im Wasser, Segler in Seenot oder Notfallmedizinische Einsätze auf oder am Wasser – Notfälle richten sich nicht nach den Arbeitszeiten der ehrenamtlichen Retter. Ob am Bodensee, auf dem Rhein oder unzähligen kleineren Flüssen und Seen im Land – wenn Menschen in Not sind lassen die DLRG-Einsatzkräfte alles stehen und liegen, um zu helfen, auch ihre eigentliche Arbeit. Sie werden wie die Freiwilligen Feuerwehren gerufen, aber nicht so entschädigt.

Die Bergwacht Schwarzwald forderte in ihrer gestrigen Pressemitteilung die Gleichstellung der ehrenamtlichen Rettungsdienstkräfte mit den Helfern der Freiwilligen Feuerwehr. „Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Landesverband Baden stehen voll hinter dieser Forderung“, erklärte die Landesverbandspräsidentin Ingrid Lehr-Binder. „Auch unsere Einsatzkräfte werden vermehrt unter der Woche alarmiert und verlassen ihren Arbeitsplatz, um ehrenamtlich zu helfen“, beschreibt sie die Situation.

Wie bei den Helfern der Bergwacht erhalten auch die Lebensretter der DLRG oder die Arbeitgeber keinerlei Entschädigung. Fehlzeiten müssen nachgearbeitet werden, so dass nach einem anstrengenden Einsatz oft noch Überstunden angesagt sind. Anders sieht dies bei den ehrenamtlichen Helfern der freiwilligen Feuerwehren im Land aus: Nach dem Feuerwehrgesetz erhalten diese im Einsatzfall weiterhin ihren Lohn – die Arbeitgeber werden entsprechend entschädigt.

Nach den vorläufigen Zahlen des DLRG-Landesverbandes fielen im Juli 68% der Einsätze auf einen Werktag, im August sogar 75%. „Es liegt an der Politik jetzt zukunftsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ehrenamtlichen Kräften im Rettungsdienst auch weiterhin ermöglicht jederzeit zu helfen“, fordert Lehr-Binder Taten von der Landespolitik. Ein Blick über die Grenze nach Bayern zeigt, dass dort seit vergangenem Jahr eine entsprechende gesetzliche Regelung für ehrenamtliches Rettungsdienstpersonal in Kraft ist.

Kategorie(n)
Einsatz, Presse

Von: Markus Slaby

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