27.02.2019 Mittwoch  Ertrinkungsstatistik Baden-Württemberg 2018

Dramatischer Anstieg

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 504 Menschen ertrunken. 435 Männer und Frauen verloren in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen ihr Leben, das sind rund 86 Prozent der Opfer. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am 21.02.2019 in Hamburg bekannt. „Hatten wir im vorherigen Jahr durch den per se ausgebliebenen Sommer verhältnismäßig geringe Ertrinkungszahlen, bewies das langanhaltende Sommerwetter nun, dass es leider auch anders gehen kann“, beklagte Achim Wiese, Pressesprecher der größten Wasserrettungsorganisation der Welt. Die meisten Todesfälle ereigneten sich an den ungesicherten Badestellen, vor allem im Binnenland. 161 starben in Flüssen, 233 in Seen und Teichen. „Binnengewässer führen leider noch immer die Ertrinkungsstatistiken an, denn sie werden in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht.“ so Wiese.

Die Feinauswertung ergab für Baden-Württemberg einen dramatischen Anstieg von rund 63 Prozent. Waren in 2017 noch 38 Todesfälle zu beklagen, stieg die Zahl in 2018 auf 62. Ein Anstieg, der die DLRG in beiden Landesverbände aufschreckt. Man kann den sehr warmen Sommer nicht alleine hierfür verantwortlich machen. Der Sommer im Jahr 2018 setzte bereits im April ein und ab da stiegen die Ertrinkungszahlen sukzessive an. Viele Menschen sehnten sich nach Abkühlung und gingen oft zu sorglos ins Wasser. Das beweisen allein die Monate Juni und Juli, in denen 25 Menschen im Wasser ums Leben kamen – 40 Prozent der Gesamtzahl. Andere Gründe sind erneut auch Alkoholmissbrauch und Selbstüberschätzung. 

Die Einsatzzahlen machen auch deutlich, dass das Schwimmen in den heimischen Flüssen und Seen offensichtlich an Attraktivität gewonnen hat. Aber das Schwimmen bleibt unverändert gefährlich, wie die Einsatzzahlen zeigen. Neben den 52 Menschen, die in Baden-Württembergs Flüssen und Seen starben, verursachten leichtsinnige Schwimmer zahlreiche Such- und Rettungseinsätze.

Die Landesverbände Baden e.V. und Württemberg e.V. sind derzeit dabei, sich für den Sommer 2019 zu rüsten. Dazu erwarten sie auch vom Land die dringend notwendige finanzielle Unterstützung zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft.

Von: Ingrid Lehr-Binder

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