29.07.2018 Sonntag Drei tödliche Badeunfälle innerhalb einer Woche im Rhein in der Region zwischen Mannheim und dem Rheinfall bei Schaffhausen.

Halbjahresbilanz des Bundesverbandes der DLRG veröffentlicht

23.07.2018 – Weil am Rhein (Friedlingen)

Beim Schwimmen im Rhein an der deutsch-französischen Grenze ist ein 22 Jahre alter Flüchtling aus Gambia vermutlich ertrunken. Der Mann schwamm bei Weil am Rhein (DLRG Bezirk Markgräflerland) von Frankreich aus zum deutschen Ufer und ging plötzlich unter. Seine Begleiter, die zu Fuß über eine Rheinbrücke gingen, wurden Zeugen des Unglücks. Mit einem Großaufgebot war nach ihm gesucht worden. Neben den Rettungskräften der DLRG beteiligten sich Helfer aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Auch Suchhunde, Boote und eine Drohne waren im Einsatz. Für die Suchaktion war der Schiffsverkehr auf dem Rhein zeitweise gestoppt worden. Die Brücke, unter der sich das Unglück ereignete, verbindet das deutsche Weil am Rhein mit Hüningen im Elsass. Die Flüchtlinge waren an dem Fluss den Angaben zufolge auf einem gemeinsamen Ausflug unterwegs. Von dem Mann fehlt jede Spur. Es müsse vom Tod des 22-Jährigen ausgegangen werden.

24.07.2018 – Waldshut-Tiengen

Eine 39 Jahre alte Schwimmerin ist an der Mündung der Aare in den Rhein bei Waldshut-Tiengen abgetrieben und wird vermisst. Sie ist gemeinsam mit ihrem Freund in der Aare auf Schweizer Gebiet geschwommen. Als der Mann wieder an Land war, ist die Frau in den Rhein abgetrieben und im Bereich der Flussmündung zuletzt über Wasser gesehen worden. An den Suchmaßnahmenwaren waren neben der DLRG (Bezirk Hochrhein) auch ein Hubschrauber der Schweizer REGA, Boote der Regionalpolizei Zurzach, beteiligt.

27.07.2018 – Murg (Kreis Waldshut)

Ein 38-Jähriger hat bei Murg im Kreis Waldshut versucht, den Rhein zu durchschwimmen, und ist dabei ums Leben gekommen. Der Mann war am Freitag von der Schweizer Seite gestartet. In der Mitte des Flusses bei Murg nahe Bad Säckingen verließ ihn demnach wohl die Kraft und er drohte, unterzugehen. Mehrere Jugendliche auf deutscher Seite eilten ihm zur Hilfe. Der Schweizer wurde zunächst wiederbelebt. Er starb jedoch am Samstag in einer Klinik. Möglicherweise habe er seine eigenen Fähigkeiten und die Strömung des Rheins falsch eingeschätzt.

Passend zu dieser traurigen Woche, veröffentlichte der Bundesverband der DLRG seine Halbjahresbilanz:

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2018 sind in deutschen Gewässern 279 Menschen, davon alleine 31 in Baden-Württemberg, ertrunken (die oben genannten Ertrinkungsfälle noch nicht mitgerechnet). Das sind 37 mehr als im Jahr davor. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Freitag in Scharbeutz bekannt. „Hatten wir im letzten Jahr durch den eigentlich nicht vorhandenen Sommer vergleichsweise geringe Ertrinkungszahlen, beweisen die anhaltenden Temperaturen und das schöne Wetter einmal mehr, dass es leider auch in die andere Richtung gehen kann“, beklagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Allein im bereits sehr warmen April verstarben mit 37 Menschen zwölf mehr als im Vergleich zum Vorjahr, der Mai folgt mit zehn Fällen mehr (51>41).

Die meisten Ertrinkungsfälle ereignen sich wie so oft an den ungesicherten Badestellen vor allem im Binnenland. Dort kamen 250 ums Leben – das sind fast 90 Prozent der Gesamtzahl. 104 starben in Flüssen, 116 in Seen und Teichen, elf in einem Kanal. „Das Ertrinkungsrisiko an diesen Badestellen ist sehr hoch, da sie eben nicht bewacht werden - ein Ertrinkender hat hier wenig Aussicht auf Rettung. Auch Alkohol und Selbstüberschätzung zählen zu den Hauptgründen.

Daher fordern die DLRG Landesverbände Baden und Württemberg schon seit Jahren dringend mehr Bewachung auch im Binnenland durch unsere Rettungsschwimmer und einen auskömmlich finanzierten Wasser-Rettungsdienst. Nur so können die Zahlen gesenkt werden“, beteuert Wiese. Hier seien besonders Länder, Kommunen und Badbetreiber in der Pflicht, für mehr Sicherheit zu sorgen – ein schlichtes Badeverbotsschild reicht nicht aus.

Die ausführliche Zwischenbilanz, einschließlich den statistischen Zahlen, kann man hier nachlesen: https://www.dlrg.de/die-dlrg/news/meldung-im-detail/neuigkeit/1147/News.html

Nachtrag am 30.07.2018

Während diese News geschrieben wurden, ereignete sich ein weiterer tödlicher Ertrinkungsunfall - der vierte in dieser Woche:

29.07.2018 - Küssaburg (Kreis Waldshut)

Bei einem Bad im Rhein ist am Sonntagnachmittag ein 83-Jähriger in Küssaburg im Landkreis Waldshut ertrunken. Der Mann war gemeinsam mit einem Freund ins Wasser gegangen, und dann abgetrieben. Die Begleitperson erreichte das Ufer alleine. Neben der DLRG waren weitere Einsatzkräfte aus Deutschland und der Schweiz, unter anderem mit Hubschraubern, an der großangelegten Suche beteiligt. Diese konnten ihn aber nur noch bewusstlos bergen. Alle Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.

Kategorie(n)
Öffentlichkeitsarbeit

Von: Heinz Thöne

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