DLRG Baden Aktiv

Ausgabe 3/2013

Hochwasser und Hitzewelle treiben Einsatzzahlen in die Höhe - Jubiläumsjahr konfrontiert die Helfer mit Rekordeinsatzzahlen

Dauerregen und Hitzewelle stellten die Helfer der DLRG im einhundertsten Jahr ihres Bestehens vor gewaltige Herausforderungen. Zunächst waren die Einsatzkräfte in Baden in zahlreichen Hochwassereinsätzen an den heimischen Flüssen und Seen gefordert. Am 6.Juni entschied sich das baden-württembergische Innenministerium dann aufgrund der eskalierenden Hochwassersituation an der Elbe, fünf der zehn Wasserrettungszüge im Land, zur Unterstützung nach Sachsen-Anhalt zu entsenden (siehe Bericht). Auf den Regen folgte die Hitze. Mit ihr stiegen die Einsatzzahlen an den Badestellen in Baden auf Rekordniveau. Besonders am Bodensee waren die Helfer im Dauereinsatz. Hitzebedingte Unwetter sorgten schließlich auch im Raum Karlsruhe für einen Großeinsatz (siehe Bericht).

Grußwort der Präsidentin

Liebe Leserinnen und Leser, liebe DLRGler,

in diesem Jahr haben wir einen schönen Sommer und prompt gingen die Einsatzzahlen deutlich nach oben. Der Blick ins Einsatztagebuch Wasserrettung spricht eine deutliche Sprache. Aktuell sind dort 550 Einsätze für 2013 der DLRG Gliederungen aus Baden und Württemberg gelistet. Aber auch die Hochwasser-Katastrophen im Mai und Juni sind uns noch deutlich im Gedächtnis, große Teile des Newsletters sind diesem Thema gewidmet. Hut ab vor unseren DLRG-Einsatzkräften, die unermüdlich im Einsatz sind und waren!
Ich wünsche allen einen guten Abschluss der Sommer-Wachsaison. Aber damit ist unsere Arbeit ja noch lange nicht beendet. Schreibt mir doch mal, was euch gerade so bewegt. Von manchen Gliederungen höre ich ganz viel, von anderen fast nichts … Es interessiert mich, wirklich.

Viele Grüße
Ingrid Lehr-Binder

"Das Land kann stolz auf seine Helfer sein" - Innenminister Reinhold Gall bedankt sich bei der DLRG

In seinem Schreiben vom 2. Juni bedankte sich Innenminister Reinhold Gall ausdrücklich bei den Helfern der Feuerwehren, des THW und den Hilfsorganisationen für ihren Einsatz gegen das Hochwasser in Baden-Württemberg. Über 6.000 Helfer führten in Folge des Starkregens zwischen dem 30. Mai und dem 2. Juni über 3.000 Einsätze durch. Dabei war auch die DLRG stark gefordert. Allein in Mittelbaden leisteten 18 Helfer an nur einem Samstag 160 Einsatzstunden in den Landkreisen Rastatt und Baden-Baden.

Auch im heimischen Einsatz erwiesen sich die in den vergangenen Jahren neu konzipierten, speziell  ausgebildeten und ausgestatten Strömungsretter als besonders wertvolle Ergänzung bei Einsätzen in hochwasserbedingten starken Strömungslagen.

120 DLRG Retter aus Baden-Württemberg helfen in Sachsen Anhalt - Drei badische Wasserrettungszüge im Kampf gegen das Elbehochwasser

Am 6. Juni entschied sich das baden-württembergische Innenministerium, fünf der zehn DLRG Wasserrettungszüge der Landesverbände Baden und Württemberg nach Sachsen-Anhalt zu schicken. Der Landesverband Baden stellte mit den Wasserrettungszügen II, III und V insgesamt rund 80 Helfer aus den Bezirken Rhein-Neckar, Mannheim, Karlsruhe, Bodensee, Breisgau und Hochrhein bereit, die sich nach Wittenberg und Magdeburg auf den Weg machten. Gleichzeitig wurde zur Unterstützung der Einsatzkräfte zunächst in Karlsruhe, später in Stuttgart die Koordinierungsstelle als Lagezentrum besetzt.

Sechs Tage lang sicherten die Einsatzkräfte aus unserem Landesverband an der Elbe Deiche und evakuierten Menschen aus überfluteten Wohngebieten. Dabei zeigte sich die vor zwei Jahren neu konzipierte Zusammensetzung der Wasserrettungszüge als deutlicher Vorteil im Einsatz. Bootsführer, Einsatztaucher und Strömungsretter konnten effektiv und vielseitig eingesetzt werden und auch die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Hilfsorganisationen lief problemlos.

Wir danken allen Einsatzkräften für ihr außergewöhnliches Engagement im Kampf gegen eine Katastrophe, deren Folgen ohne ihren unermüdlichen Einsatz noch dramatischer gewesen wären.

DLRG Helfer im Dauereinsatz - Arbeitsreiche Wachsaison in Baden

Auf die Hitze folgte das Unwetter. Und dieses kam so heftig und so schnell, dass gleich an drei Seen im Bezirk Karlsruhe Personen parallel vermisst gemeldet wurden. Der Großeinsatz vom 6. August, an dem rund 100 Einsatzkräfte aus den Bezirken Rhein-Neckar, Karlsruhe und Mittelbaden beteiligt waren, ist stellvertretend für viele Einsätze, die im Bereich des DLRG Landesverbands Baden im Sommer 2013 geleistet wurden. Auch am Bodensee führten Hitze und Unwetter zu einer außergewöhnlich hohen Zahl an Einsätzen. Rekordbesucherzahlen in den Bädern sorgten dort für Dauerbeschäftigung der Helfer.

Leider kam auch unsere schnelle Hilfe in einigen Fällen zu spät. So starben allein im Juli innerhalb weniger Tage vier Personen im und am badischen Teil des Bodensees. Jedoch konnten die DLRG Wasserretter auch am Bodensee im Juli die Leben eines 38-jährigen und eines 22-jährigen Mannes retten. Die der Hitze folgenden Unwetter sorgten am Bodensee zudem für eine steigende Zahl an Seenot-Notrufen. Insgesamt 40-mal wurde die DLRG seit Jahresbeginn wegen Seenotfällen alarmiert – eine deutliche Steigerung zu den Vorjahren.

Erfolgreiche Lebensrettungen gab es auch an anderen Orten zu verzeichnen. Am Schutterwälder Baggersee (Bezirk Rhein-Kinzig) konnten die DLRG Wachgänger ein Ehepaar vor dem Ertrinken retten. Dort war die Ehepartnerin, die ihrem an einem Krampf leidenden 40 jährigen Mann zu Hilfe kommen wollte, selbst in Lebensgefahr geraten.

Aus den Bezirken - DLRG Bezirk Karlsruhe denkt europäisch und bewirbt Euro-Notruf 112

Aus Anlass der Reisezeit setzt der DLRG Bezirk Karlsruhe ein wichtiges europäisches Signal. „Wir möchten unsere Bürgerinnen und Bürger informieren, dass der Notruf 112 europaweit gilt“, so der Leiter Einsatz des DLRG Bezirks Karlsruhe e.V., Timo Imhof. Deshalb haben wir unser Fahrzeug mit dem neuen "Notruf 112 europaweit"-Logo beklebt. „Dies ist notwendig, denn in Deutschland wissen nur 17 % der Bevölkerung, dass die 112 europaweit gilt. Damit liegt Deutschland europaweit auf dem viertletzten Platz. Dabei hat der europaweite Notruf 112 viele Vorteile, so der Einsatzleiter Imhof. Er ist nicht nur kostenlos, sondern auch im Ausland vorwahlfrei und verbindet den Hilfesuchenden mit der örtlichen Notrufzentrale von Feuerwehr, Rettung oder Polizei.

Partner dieser 112-Aktion ist das Europa Zentrum Baden-Württemberg. „Die europaweite Notrufnummer 112 bietet den Bürgerinnen und Bürgern einen echten europäischen Mehrwert“, so Studienleiter Nils Bunjes vom Europa Zentrum „und er kann Leben retten. Wenn wir den einheitlichen Notruf 112 nicht hätten, müssten die Bürger bei einer Reise durch alle EU-Staaten über 40 unterschiedliche nationale Notrufnummern kennen“, so Bunjes.

Der DLRG Bezirk Karlsruhe ist damit der erste bundesweit, der auf diese Weise bei den Bürgern für die europaweite Gültigkeit des Notrufs 112 wirbt. Von der Aktion verspricht sich die DLRG aber auch ein Signal im Landkreis, um auch andere Rettungsorganisationen für diese Aktion zu gewinnen.

Freie Plätze – Lehrgänge im Herbst und Winter

Bereich Ausbildung:

Lehrgang 13-1740 „Brustschwimmen – aber richtig“

14.-15.09.2013 - Sportschule Steinbach. Wer schnell ist, kann sich noch die letzten beiden freien Plätze sichern.

 

Lehrgang 13-2440 „DLRG im Kindergarten“

20.10.2013  - DZB Karlsruhe

 

Lehrgang 13-2740 „Kursleiter Wassergymnastik Aus- und Fortbildung“

09.-10.11.2013 - Sportschule Steinbach

Lehrgang 14-0140 „Kraulschwimmen – aber richtig“

11.-12.01.2014 - Sportschule Steinbach

 

Bereich Einsatz:

Lehrgang 13-1941 „Weiterbildung Zugführer / Fachberater im KatS“

28.09.2013 - DZB Karlsruhe

 

Bereich Medizin:

Lehrgang 13-2655 „Fortbildung für EH-Ausbilder nach BGG 948“

02.11.2013 - WRZ Konstanz

 

Sonstiges:

Lehrgang 13-2260 „Arbeiten mit TYPO3“

05.-06.10.2013 - DZB Karlsruhe

 

Lehrgang 13-2300 „DLRG-Fundraiser“

19.10.2013 - DZB Karlsruhe

 

Das komplette Lehrgangsheft 2013 mit allen Informationen finden Sie auch unter: baden.dlrg.de/informieren/termine.html

 

Anmeldungen

per Post an: DLRG LV Baden, Werftstr. 8a, 76189 Karlsruhe

per Fax an: 0721 911 00 70

per Email an: lehrgang@baden.dlrg.de Wir bitten bei Anmeldungen, die per E-Mail erfolgen, um die vollständige Angabe aller notwenigen Informationen (entsprechend der Abfrage des Anmeldformulars)

Neue Mitarbeiterin in der Landesgeschäftsstelle

Seit dem 1. Juni verstärkt Silke Noviello das Team der Landesgeschäftsstelle. Sie tritt die Nachfolge von Herta Hutter an, die am 30. September in den Ruhestand eintritt. Von ihr übernimmt sie auch den Aufgabenschwerpunkt Ehrungswesen.

Von Joachim Straub, der inzwischen ausschließlich für die Landesjugend tätig ist, übernimmt sie alle Aufgaben in der Lehrgangsverwaltung. In der neuen Stelle ist auch die Vermietung und Belegung der Räumlichkeiten im DLRG Zentrum sowie das Lizenzwesen integriert. Zudem wird sie wie Herta Hutter für den Einkauf von Büromaterial zuständig sein.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Führerscheinerweiterung B96 als Alternative zum Feuerwehrführerschein

Seit dem 19.01.2013 steht mit der Führerscheinerweiterung B96 für Personenkraftwagen eine Alternative zum Feuerwehrführerschein zur Verfügung Die Erweiterung ist auch Privat nutzbar und bietet insbesondere im grenzüberschreitenden Einsatz einen deutlichen Vorteil. Die Erweiterung ist gültig für Kraftwagen bis 3,5 t zulässige Gesamtmasset.

Mindestalter:

18 Jahre (17 Jahre mit Begleitperson)

Voraussetzungen:

Die Klasse B96 ist keine eigene Führerscheinklasse, sondern eine Erweiterung der Klasse B. Die Klasse B kann durch nachträgliche Schulung in einer Fahrschule auf die Schlüsselzahl 96 erweitert werden bzw. bei Ersterteilung der Klasse B kann diese Schlüsselzahl gleich in der Erstausbildung mit erworben werden und es wird sofort der Führerschein B96 erteilt.

Fahrzeuge (siehe § 6 FeV):

Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3500 kg und mit nicht mehr als acht Sitzplätzen außer dem Führersitz. Ebenso Fahrzeuge mit Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 kg, sofern die zulässige Gesamtmasse der Kombination 4250 kg nicht übersteigt.

Befristung:

Die Fahrerlaubnis der Klasse B96 ist 15 Jahre gültig.

Einschluss:

Klasse B96 schließt die Klassen AM, L und S ein.

Sonstiges:

Wird in der Prüfung mit einem Automatikfahrzeug gefahren, dann erhält man die Klasse B96 auf Automatikgetriebe beschränkt.

Theorie:

150 Minuten

Übungsfahrten:

210 Minuten

Prüfung:

keine

Ausbildung:

Fahrschule

Kosten:

ca. 300,- Euro – bei bereits vorhandener Fahrerlaubnis.
Bei Neuerwerb sollte dies günstiger sein, da der Theorieunterricht entfallen kann (mit der jeweiligen Fahrschule abstimmen).


Informationen aus den Gliederungen

Unter dieser Rubrik wollen wir den Gliederungen im LV Baden die Möglichkeit bieten, interessante Neuigkeiten aus ihrem Bereich zu präsentieren. Interessant sind dabei selbstverständlich vor allem Beiträge, die anderen Gliederungen Anregungen und Beispiele für die eigene Arbeit geben.

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist der 1. Oktober 2013.

Kontakt: baden-aktiv(at)baden.dlrg.de

Impressum

Herausgeber: DLRG Landesverband Baden e. V.
Ansprechpartner: Markus Slaby
Redaktion: Ingrid Lehr-Binder, Ludwig Schulz, Markus Slaby
Fotos: DLRG, Markus Slaby
Veröffentlichung:
DLRG Landesverband Baden e. V., Werftstr. 8a, 76189 Karlsruhe
Tel. 0721 911 00 10
info@baden.dlrg.de, www.baden.dlrg.de
Registergericht: Amtsgericht Karlsruhe, VR 647
Vertretungsberichtigter Vorstand: Ingrid Lehr-Binder, Felix Strobel, Heinz-Jürgen Thöne, Alexander Salomon